Wer rettet uns vor der Integration?

Kritische Perspektiven auf Integration, Migration und Soziale Arbeit.

Dienstag 25. Januar 2011 20 Uhr
KH-Freiburg (Karlstraße 63) Haus 3 – Raum 3202

In der aktuellen Integrationsdebatte geht es meist darum, ob und wie MigrantInnen entgegen den Unkenrufen von rechts bereits integriert oder zumindest integrierbar sind.
Auch Soziale Arbeit wird als Akteur, der Integration befördert dargestellt und aktuell wird in vielen Projekten Integration von MigrantInnen in Arbeit, in das Gesundheitswesen, in Vereine u.a. betrieben. Es gilt jedoch auch, den Integrationsanspruch generell zu hinterfragen – und zwar nicht aus einer Perspektive der Diversität oder der Inklusion sondern aus der Perspektive der Gleichheit. So ist zu fragen:

  • Inwieweit enthalten aktuelle Integrationspolitiken einen assimilatorischen Anspruch und befördern Konzepte der Integration oder Inklusion Vorstellungen eines homogenen Ganzen, in das hinein integriert, inkludiert etc. werden soll?
  • Inwiefern stoßen Erfolge von Migrierten an alltagsrassistisch bedingte Grenzen, inwiefern ist diese Gesellschaft wirklich bereit, Zugewanderte als Gleichwertige anzuerkennen?
  • Inwiefern steckt in dem Integrationskonzept der eigentlich rassistische Anspruch, Zugewanderte müssen sich „beweisen“ durch Integration, Partizipation oder durch das Einbringen von Ressourcen?
  • Müsste in einer demokratischen Gesellschaft nicht jedes arbeitende oder länger hier lebende Mitglied Bürgerrechte haben, so dass Fragen zu sozialer und kultureller Diversität eher aus demokratischen Rechten abzuleiten wären.
  • Welche Rolle hätte dann Soziale Arbeit?

Zu diesem Thema diskutieren:
– Dr. Barbara Schramkowski (KH Freiburg): „Alltagsrassismus und die Unmöglichkeit der Integration“
– Prof. Nausikaa Schirilla (KH Freiburg):  „Demokratie, Differenz und soziale Arbeit“
– Ergün Bulut (angefragt)
– Aktion Bleiberecht/Freiburger Forum aktiv gegen Ausgrenzungen

Nachbereitung zur AKS-Veranstaltung:
„Wer rettet uns vor der Integration?

Inhalt:
1. RDL-Interview: Wer rettet uns vor der Integration? Kritische Perspektiven auf Integration,
Migration und Soziale Arbeit
2. „Eine Gefahr für die Demokratie“ – Die Berliner Soziologin Prof. Dr. Juliane Karakayali vom Netzwerk für kritische Migrationsforschung über die deutsche Integrationsdebatte und die kritische Stellungnahme „Demokratie statt Integration“
3. Sarrazins Thesen auf dem Prüfstand:  „Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (HEYMAT)“ an der Humboldt-Universität zu Berlin

1. RDL-Interview: Wer rettet uns vor der Integration? Kritische Perspektiven auf Integration, Migration und Soziale
Ein Gespräch mit Prof. Nausikaa Schirilla von der Katholischen Hochschule Freiburg im Kontext einer Diskussionsveranstaltung des Arbeitskreis kritische Soziale Arbeit (AKS) In der aktuellen Integrationsdebatte geht es meist darum, ob und wie MigrantInnen entgegen den Unkenrufen von rechts bereits integriert oder zumindest integrierbar sind. Auch Soziale Arbeit wird als Akteur, der Integration befördert dargestellt und aktuell wird in vielen Projekten Integration von MigrantInnen in Arbeit, in das Gesundheitswesen, in Vereine u.a. betrieben. Es gilt jedoch auch, den Integrationsanspruch generell zu hinterfragen – und zwar nicht aus einer Perspektive der Diversität oder der Inklusion sondern aus der Perspektive der Gleichheit.
http://www.rdl.de/index.php?option=com_content&view=article&id=11345:Wer_rettet_uns_vor_der_Integration_Kritische_Perspektiven_auf_Integration_Migration_und_Soziale_Arbeit&catid=236

2. „Eine Gefahr für die Demokratie“ – Die Berliner Soziologin Prof. Dr. Juliane Karakayali vom Netzwerk für kritische Migrationsforschung über die deutsche Integrationsdebatte und die kritische Stellungnahme „Demokratie statt Integration“.
„Die Rede von der Integration ist eine Feindin der Demokratie.“ Während eine Unzahl von Deutschen sich ihre Gedanken über Integration machen, während sie mal mehr mal minder rassistisch darüber sinnieren, ob und wie die Eingliederung von ImmigrantInnen bewerkstelligt werden könnte, formuliert eine Gruppe von WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und PolitaktivistInnen eine Stellungnahme, die die Integrationsdebatte in ihrer gegenwärtigen Form
gänzlich ablehnt. Mehr über das Statement in einem Gespräch mit der Berliner
Soziologin Juliane Karakayali.
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=36732
http://www.demokratie-statt-integration.kritnet.org

3. Sarrazins Thesen auf dem Prüfstand:  „Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (HEYMAT)“ an der Humboldt-Universität zu Berlin
http://www.heymat.hu-berlin.de/sarrazin2010

 

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