aks-Corona-Newsletter Nr. 2

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

nach wie vor ist das öffentliche Leben ziemlich eingeschränkt und die Soziale Arbeit findet unter völlig veränderten Rahmenbedingungen statt. Dasselbe gilt für die Arbeit im aks. Da es momentan keine Treffen oder Veranstaltungen gibt, bei denen wir uns austauschen können, wollen wir verstärkt digitale Möglichkeiten nutzen.

So haben wir uns vorgenommen, 2 – 3 mal im Monat einen *Corona-Newsletter mit Blick auf die Situation in Freiburg und Umgebung* zu versenden. Bisher haben wir immer versucht, nur wenige Mails über den großen Info-Verteiler des aks zu versenden. Mit dem Newsletter erhöht sich die Anzahl der versendeten Mails etwas. Deshalb unsere Bitte: *Gebt uns Rückmeldung per Mail, wenn Ihr den Corona-Newsletter nicht erhalten möchtet.* Gegebenenfalls richten wir dann einen separaten Corona-Verteiler ein.

Zudem haben wir ein öffentliches PAD „Soziale Arbeit und Corona in Freiburg“ eingerichtet. Dort sammeln wir Informationen zur Situation der Fachkräfte, zur Arbeit mit den Zielgruppen und zu Mitmach-Aktionen. Nutzt das PAD, um aktuelle Infos abzurufen, aber auch um Infos und Erfahrungen einzustellen. Das PAD lebt von der gemeinsamen Gestaltung – Ihr habt alle Zugang! Link: https://cryptpad.fr/pad/#/2/pad/edit/NKclZM5MSWO-6Dlj3Tq7+zXn/

Darüber hinaus gibt es ein überregionales PAD „Gesellschaftliche Transformation in Zeiten von Corona“; unter der Rubrik Soziale Arbeit (Punkt 5.2.) finden sich überregionale Infos; der aks hat hier ebenfalls Infos gespeichert. Link: https://pad.riseup.net/p/Autorit%C3%A4reRegressionInZeitenVonCorona-keep Eine weitere Plattform für Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten von ‚Corona‚ für Fachkräfte, die aktuelle Hinweise und Empfehlungen sowie fachlich systematisierte Beispiele „guter Praxis“ enthält, wie die Arbeitsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe in der Situation der Corona-Pandemie aufrechterhalten und auch für die Zeit danach weiterentwickelt werden kann und zudem als Kommunikationsbörse dienen soll, indem Fachkräfte ihre Erfahrungen, neue Ansätze und Methoden als Beispiele einbringen, findet ihr hier: www.Forum-Transfer.de

Bevor wir auf die Situation in Freiburg schauen, wollen wir eine sehr gute Stellungnahme des aks München empfehlen: http://www.aks-muenchen.de/2020/03/stellungnahme_zur_coronapandemie/

und einen Appell des aks Bremen: http://www.kritischesozialearbeit.de/dokumente/000%20Appell%20AKS-Bremen.pdf

1. Zur Situation der Fachkräfte:

Wir erleben aktuell eine widersprüchliche Entwicklung. Einerseits bekommen wir mit, dass Fachkräfte mit ihren Zielgruppen telefonisch, virtuell oder unter Wahrung der Abstandsregelungen face to face in Kontakt sind und dies mehr Energie und Zeit kostet, als die im „Normalbetrieb“. Andererseits erreichen uns erst Infos, dass in Freiburg und Umgebung freie Träger von der Kommunalverwaltung aufgefordert werden, ihre Fachkräfte in Kurzarbeit zu schicken. Dazu passt auch folgende Meldung aus der BZ gestern:

https://www.badische-zeitung.de/stadt-freiburg-erwaegt-wegen-corona-krise-eine-haushaltssperre

Wir halten es für einen Skandal, wenn die Kosten der Krise auf die Träger und letztendlich die lohnabhängig Beschäftigten abgewälzt werden. Und gleichzeitig wird öffentlich die „Solidarität“ in der Krise beschworen.

Die Stadt Freiburg kündigt bisher eine Aufstockung auf 100 % des Lohns an. Falls Ihr bei Eurem Träger auch Erfahrungen mit Kurzarbeit machen müsst, freuen wir uns über Infos im PAD oder per Mail – gerne auch anonymisiert.

Die Gewerkschaften fangen an, darauf zu regieren. Zum einen gibt es Tipps, was bei der Androhung von Kurzarbeit zu beachten ist z.B. von ver.di https://gesundheit-soziales.verdi.de/++file++5e7b3d9acd0ccd2109f759bf/download/Infoblatt_Kurzarbeit_SuE_Corona.pdf

Zum anderen gibt es öffentliche Interventionen z.B. der GEW https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-lehnt-kurzarbeit-in-kitas-jugendhilfe-und-sozialarbeit-ab/

2. Zur Situation der Zielgruppe

Zwar kann potentiell jede Person infiziert werden, aber bei bestimmten Personengruppen (von Armut Betroffene, Wohnungslose, Geflüchtete) ist die Wahrscheinlichkeit höher und im Ernstfall trifft es diese härter als andere. In Freiburg wird in verschiedenen Bereichen versucht, Entlastung zu schaffen; ob diese ausreicht, bleibt abzuwarten. Allerdings zeigt sich schon jetzt, dass dort, wo öffentlicher Druck aufgebaut wird, die Wahrscheinlichkeit höher ist, das etwas geschieht. Hier ein Beispiel:

https://rdl.de/beitrag/einige-gefl-chtete-aus-der-lea-werden-der-jugendherberge-untergebracht

https://rdl.de/beitrag/einige-gefl-chtete-aus-der-lea-werden-der-jugendherberge-untergebracht

Hierzu hatten wir diesen Offenen Brief mit unterstützt:

Offener Brief an das Regierungspräsidium Freiburg und an die Stadt Freiburg

In der Jugendhilfe erleben wir einen einseitigen Diskurs zum Thema Kinderschutz. So wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen in der Krise die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, sind Schreckensszenarien von Familien, die in der Krise erst recht überfordert und eine Bedrohung für ihre Kinder seien, mit Vorsicht zu genießen. Erste Erfahrungsberichte zeichnen hierzu ein anders Bild. Welche Erfahrungen macht Ihr aktuell in diesem Kontext?

3. Mitmach-Aktionen

In den letzten Wochen hat sich die „Corona Solidarität Freiburg“ gegründet. Hier haben Menschen, die aktuell Zeit haben und aktiv werden wollen, verschiedene Möglichkeiten sich zu engagieren und jene, die derzeit Unterstützung brauchen, die Möglichkeit, solche unkompliziert in Anspruch zu nehmen: https://freiburg.corona-solidaritaet.de/

Bleibt gesund & solidarisch!

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Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (aks) Freiburg

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